28.12. bis 30.12. Fliegen oder nicht fliegen? Das ist hier die Frage!

Können wir fliegen oder nicht? Umringt von Montezumas Kriegern (winzig kleine Krieger), die furchtbare Rache an uns und unseren Lieben genommen haben, bangten wir um unseren kleinsten Recken. Fliegen mit einem Baby das Magen-Darm hat wäre absolut nicht möglich gewesen, aber unser Jaron hat tapfer dem Ansturm der Virenkompanien widerstanden.

Ein bisschen anders als geplant lief dann der Transfer zum Flughafen, aber auch dieses Hindernis konnten wir dank ungeplanter Hilfe überwinden. Da standen wir also mit Crashpad, Riesenreisetasche, Buggy, und 3 Rucksäcken und bekamen den nächsten, allerdings gut unterdrückten Schrecken, als sich Jarons Reisepass nicht einlesen ließ. Emirates musste dann seine gesamten Personal und Wissensressourcen am Schalter ausschöpfen um dieses Problem zu lösen.

Alle Gepäckstücke angenommen, Sicherheitscheck passiert, jetzt kann ja der entspannte Teil der Reise beginnen (Jaron machte sich bis dahin prächtig – aber jetzt… jetzt auch 🙂 Erneut einen Strich durch die Rechnung bekamen wir dann vom Enteisungswagen, der blockierte fast ne Stunde unseren A 380, so dass wir mit tüchtig Verspätung los flogen. Wegen Nebel in Dubai flogen wir dann noch 1,5 eh große Kreise über dem roten Meer. Glücklicherweise ereilte dieses Schicksal so manche Maschine, sonst hätten wir den Anschluss nicht bekommen.

Die Ungewissheit in den ersten Flugstunden ob die Heerscharen Montezumas nicht doch noch einen späten Sieg erringen, reichlich Verspätung, 9 Stunden Flug statt 6, ein eher schlechter Sitzplatz und eine nörgelige Mitreisende die schlecht mit Babygeschrei klar kommt, schraubten unser Stresslevel etwas höher als wir geplant hatten. Dabei war Jaron weiterhin entspannt, viel gemeckert hat unser Kleiner nicht, aber neben uns war noch so ein kleiner Scheißer unterwegs der nicht ganz so entspannt war.emirates

Mit so einem waren wir auch unterwegs

Der Transfer lief dann zügig und Reibungslos – dachten wir, aber dazu später mehr. Nur noch 20 h Flug, eine Kleinigkeit also, lagen vor uns. Der Sitzplatz jetzt deutlich besser und neben uns ein netter und entspannter Ingenieur aus Deutschland, unterwegs seine 20-Jährige Tochter in Neuseeland zu besuchen. Abgesehen von einigen Meckereien bezüglich Hunger und ein bisschen Bewegungsdrang zeigte sich unser Sohn von seiner allerbesten Flugseite. Dank reichlich Brötchenspenden von Nebenan und freundlichem Personal bekamen wir den Vielfraß sogar leidlich satt.

Rike konnte ihre geliebten Flugfilme sehen (Naja- nur 2, sonst guck ich fünf) und ich war überrascht, dass man mit noch weniger Schlaf auskommen kann, als ich es beruflich eh schon gewohnt bin. Dann waren wir tatsächlich und endlich da… Wir konnten es auch erst zu diesem Zeitpunkt richtig glauben: Neuseeland.

Nur noch das Gepäck vom Band grapschen und dann ab zum Shuttlebus der uns zu unserem neuen mobilen zu Hause bringt. So der Plan… Unsere Riesenreisetasche mit fast 30kg – Check, Großer Reiserucksack – Check… Buggy? Crashpad? Rike fragt eine nette Dame von Emirates die uns mit mittelmäßigem Bedauern mitteilt, dass diese Kleinigkeiten leider noch eine Nacht in Dubai verbringen. So viel zum reibungslosen Transfer.

Die Heldin der Ankunft war nun Rike: Direkt nach erhalten dieser Informationen organisierte sie mit der – nennen wir es mal Agentur – die Rückgabe des Gepäcks. Die sehr entspannten Mitarbeiter brauchten dafür locker eine halbe Stunde, in dieser Zeit baute sich eine Schlange auf (wir waren wohl nicht die einzigen die etwas vermissten), in der wir noch eine ganze Nacht verbracht hätten, hätten wir am Schwanz des Reptils mit warten begonnen.

Tweety oder wann kocht Wasser auf der Südhalbkugel

Glück im Unglück, die wichtigsten Sachen waren angekommen und wir konnten uns auf den Weg zu Eurocamper machen. Unser Tor zu den ersten Sonnenstrahlen in Auckland war Tür 4, hier waren wir mit dem Shuttle verabredet. Das kam pünktlich an der angekündigten Holzbank an. 30.12. und locker 25°C in der Sonne, das ist doch ein Empfang den man sich nach den „Strapazen“ gefallen lässt. Ob er den großen Transporter mit dem Führerschein aus Deutschland fahren darf, scheint niemanden von den Kiwis zu interessieren erzählte unser work and travel – Chauffeur, uns auch nicht.

Mit der typischen neuseeländischen Freundlichkeit empfing uns dann die nächste Deutsche bei Eurocampers, die uns unseren Campervan, ein Toyota Hiace mit Hochdach näher brachte. Einige Zeit später erhielt unsere neuer Begleiter den Nahmen Tweety, hat er doch ein Küken vorne drauf. Gut, es ist kein Bulli und Allrad hat er auch nicht (ja, das ist sehr! erwähnenswert), aber sympathisch war uns die etwas angeranzte Karre schon. Immerhin hat er schon tapfere 678.000 km runter der Kleine.

Nach dem üblichen Papierkram machten wir uns dann erstaunlich fit auf den Weg zum vorgebuchten Campingplatz: Takapuna Beach. Zuvor noch ein Stop bei Pak‘n Save um uns in der größten Supermarktkette Neuseelands mit Proviant einzudecken. Erstaunlich fit? Noch vor Erreichen des Übernachtungsortes kam der Gong, so krochen wir als fahrendes Verkehrshindernis  bis zu unserem Ziel. Dort hatten wir einen wundervollen Blick aus erster Reihe auf den Pazifik vor Auckland und die Vulkaninsel Rangitoto (FOTO).

Rike versuchte noch mit verschiedenen Telefonen (ein Handy gehört zur Austattung von Tweety) zu organisieren, dass unser Gepäck nachkommt, aber das sollte vor dem 12.01. wohl nichts werden. Noch ein kleiner Wehmutstropfen: die eine Gasflamme des Herds brauchte 20 min um 250 ml Wasser zum Kochen zu bringen… naja, immerhin bezahlt uns Eurocamper einen externen Gasgrill den wir am nächsten Tag kauften.

rike-und-jaron

fruehstueck-erster-camp

Unser erster Campground und Tweety

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