29.01.2017 bis 31.01. 2017 – Von Stieren und Meeressäugern

So ganz nebenbei, im Plauderton wies Rike auf das Riesenvieh von einem Stier hin, das da während wir frühstückten auf der Wiese herumspazierte, auf der wir gestern zu Abend gegessen hatten. Also wohl doch nicht so ganz ungenutzt das Ganze. Immerhin hatte das beeindruckende Tier keine Hörner mehr. Nach diesem erstaunlichen Erlebnis fuhren wir die abendteuerliche Gravelroad zurück nach Hanmer Springs und konnten mit ansehen, wie zwei riesige Viehtransporter mit Anhänger von einem kleine Traktor die steile Straße hochgeschleppt wurden. Hier oben befindet sich nämlich die größte Farm Neuseelands.

Wir fuhren nicht bis ganz ins Örtchen sondern zum Carpark für den Wasserfall – Track. Diesen hatte Rike schon einmal beschritten und unter dem kühlen herabstürzenden Nass geduscht. Ziemlich steil ging es die bewaldete Bergflanke hinauf, immer wieder gespickt mit guter Aussicht. Der Wasserfall selbst führte leider wenig Wasser, aber wir konnten den Anblick und unser Ziel trotzdem genießen.
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Nach einer kurzen Inforunde im i-Site über Kaikoura, die Straße dort hin und Walewatching machten wir uns auf den Weg. Die Straße war überaus anstrengend zu befahren, da an allen Ecken und Enden Bauarbeiter damit beschäftigt waren, die Erdbebenschäden auszubessern. Übrigens stellt man hier in NZL keine Ampeln auf, sondern beschäftigt zwei junge Mädels oder Jungens, drückt denen ein Stop and Go Schild und ein Funkgerät in die Hand und hat eine wunderbare Verkehrskontrolle. Irgendwie sympathisch, den Job möchte ich bei Hitze und Staub oder viel Wind aber nicht machen.

Im abendlichen Kaikoura angekommen, machten wir das erste mal Station an einem der unzähligen Top 1o Holiday Parks, unsere bis dato (fast) teuerste Übernachtung mit 48 NZ Dollar. Zwar war die Lage nicht so dolle, aber wir hatten gute Sanitäranlagen und genossen eine lange und warme Dusche.

Am nächsten Tag machten wir uns zügig auf den Weg zum i-Site und buchten einen Rundflug zum Whalewatching. Eigentlich hatten wir gedacht, wir würden gerne mit einem Heli fliegen, aber erstens hatten die Wartungstag und zweitens hätte der ganze Spaß doppelt so viel gekostet wie das Flugzeug. Da fällt die Entscheidung leicht. Wir machten ein Date mit Wings over Whales um 16:00 Uhr aus und freuten uns über das sonnige Wetter.

Dies machte auch den Peninsula Coastal Walk zu einem Genuss, diesen hatten wir 2014 bei ordentlichem Regen leider abbrechen müssen. Hier konnte man gut sehen, was das Erdbeben kurz vor unserem Eintreffen in Neuseeland bedeutet. Riesige Teile des Meeresbodens waren jetzt keiner mehr, sonder lagen trocken. Wir waren wieder einmal beeindruckt von der unbeschreiblichen Küstenlinie und konnten jede Menge Seevögel und einige Seehunde sichten.
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An einer Seemöwenkolonie machten wir noch ein paar Fotos von den brütenden Tieren, deren Statement zu unserer Anwesenheit fiel aber eindeutig aus: Fabian bekam einen tüchtigen Schiss auf die Schulter. Da ist es gut immer genügend Feuchttücher fürs Wickeln dabei zu haben. Unsere Freude an der Natur konnte das aber nicht trüben.
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Es war noch Zeit für ein gemütliches Mittagsmahl mit guter Meeressicht. Wir gönnten uns Fish and Chips und erhielten eine wirklich bombastische Portion mit richtig leckerem Fisch. Eine andere Liga als in Auckland am Fischmarkt. Jaron tat sich indes auch an beidem gütlich.

Richtig aufgeregt und voller Vorfreude fuhren wir dann zum kleinen Flughafen in der innigen Hoffnung heute Wale zu sehen. Dazu vielleicht die kleine Anmerkung, dass Fabian sich jede Doku über Pottwale rein zieht deren er habhaft wird und schon im Museum von Wellington über diese faszinierende Spezies doziert hatte während alle Mann vor dem Riesenkalmar standen (Pottwallieblingsspeise).

In der Lounge begrüßte uns ein strahlend höflicher junger und gut aussehender Pilot und trieb uns schnell ins Flugzeug. Auf dem Weg dort hin fragte er noch beiläufig wer auf dem Kopilotensitz sitzen will und eine Hand schoss in die Höhe – einmal dürft ihr raten von wem, richtig: Rike.  Meine Göttergattin hatte also das Vergnügen des besten Sitzplatzes, daher erhielt sie auch unsere Kamera mit Teleobkjektiv auf den Schoß. Ich durfte unseren lieben Sohn auf die Knie nehmen, der mit den Ohrschützern herzallerliebst aussah und natürlich nach wenigen Minuten in der Luft einschlief.

Das kleine Flugzeug hatte ordentlich mit den Turbulenzen zu kämpfen aber unser Captain blieb cool und souverän. Nach wenigen Minuten Flug war es dann soweit – ein Wal. Und zu Fabians nicht enden wollender Freude ein riesiges Pottwalexemplar. Nun mag ein andere vielleicht sagen, aus der Luft da den kleinen Fisch angucken, paar Minuten drüber kreisen bis er taucht und dafür latzen? Aber für Fabian erfüllte sich ein Traum. Eines dieser majestätischen riesenhaften Tiere in freier Wildbahn zu erleben war für mich einfach erhebend und wundervoll. Wer weiß wie lange die Giganten der Meere noch unter uns weilen.
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Noch völlig mitgenommen von diesem Erlebnis landeten wir mit sehr holprigem Anflug wieder bei Kaikoura. Eine unserer drei Mitreisenden war das ganze zu viel und sie machte ausführlichen, geräuschvollen Gebrauch von den bereit gestellten Kotztüten. Bei einem kleinen Vortrag über Wale sagte uns der Pilot, dass er heute sogar einen Blauwal gesehen hatte – unfassbar dieses Neuseeland.

Jetzt zeigte sich mal, wofür so ein Flug gut sein kann. Ganz in der Nähe des Flughafens konnte man von oben einen tollen Campingplatz sehen, den wir dann auch ansteuerten. Der mit Charme eingerichtete und betriebene Platz hatte eine wunderschöne Lage direkt am Meer. Wir genossen noch den tollen Strand, Jaron krabbelte fleißig und steckte auch mal in Bauchlage die Zunge in den Sand… war wohl nicht sehr lecker 🙂 Kurz vor dem Abendessen halfen wir dann noch einem Sprinterfahrer, der mutig genug war mit Heckantrieb, langem Radstand und schmalen Reifen zu nah an den Strand zu fahren.
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Der Vormittag brachte dann noch ein dann noch ein richtiges Highlight am Paketa Beach. Vom Strand aus konnten wir ganz nah die seltenen Hector-Delfine beobachten, sie sind mit 1 – 1,5 Meter die kleinsten Delfine weltweit. Einer sprang sogar wie zur Begrüßung. Was für ein Glück und was für eine Freude. Den Rest des Tages verbrachten wir dann auf den anstrengenden Straßen, durchfuhren Christchurch und fanden einen guten Schlafplatz mit Blick auf den Hafen von Lyttetton. Dort waren vor die ersten europäischen Siedler angekommen, die das Ziel Christchurch hatten. Fabian angelte noch eine Weile, fing aber nur einen kleinen Hai, der schnell wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.

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Der Hafen von Lyttelton

 

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