02.03.2017 und 03.03.2017 – Von der sanften Annie zum fiesen Graben

Eines musste Fokko unbedingt auch sehen in Neuseeland: Ein Warehouse. Nachdem wir uns also im New World mit neuen Lebensmitteln eingedeckt hatten, bekam auch jeder was im Warehouse: Jaron neue, dringend benötigte, Hosen, Rike ein Merinolongsleeve, Fokko einen Sonnenhut und Tweety Motoröl. Fabian riss sich diesmal zusammen und kaufte nix.

Was ist unvermeidlich wenn man die Westküste hochfährt? Richtig, ein Stopp bei den berühmten Pancake Rocks. Hier teilt man sich mit vielen Asiaten die Aussicht auf besonders geformten Kalkstein, von dem die Geologen wohl immer noch nicht so richtig wissen, warum er sich in solchen Schichten gebildet hat. Recht spektakulär sind dabei vor allem die Blowholes: Im Laufe der Jahrtausende hat das Wasser die Felsfomationen durchlöchert, mal zehn Meter im Durchmesser, mal nur 50 cm. Bei Flut rauschen die großen Brecher unter und in die Löcher und sprühen mal Dampf mal richtige Sturzfluten mit gewaltigem Getöse in die Höhe.

pancake rocks blowhole rainbow

Das Blowhole in Aktion

 

 

Bei diesen Temperaturen tut eine Dusche doch auch richtig gut. Während Fabian sich auf die Suche nach der verlorenen Babysonnenbrille machte (und erfolgreich war) bewies Jaron eine tüchtige Ausdauer im Buggyschieben und Stufenklettern. Ganz zur Freude der anderen Touristen. Anschließend genossen wir die Fahrt mit unverändert spektakulärem Panorama bis zu einem einsamen Teil der Westküste.

Nördlich von Westport fahren nicht viele Touristen auf der Küstenstraße, doch wir hatten einen guten Tipp bekommen. Der „Umweg“ zu Gentle Annies, einem süßen, sympathischen und gepflegten Campground lohnte sich. Wir ließen die Seele baumeln, wuschen Wäsche und tranken Tee. Fabian Versuchte sich erneut im Surfen mit dem Bodyboard, aber entweder war das Wasser zu tief oder der Untergrund bestand aus scharfkantigen Steinen. Zudem war die Strömung wirklich furchteinflößend, daher beschränkten wir uns, und Fabian mit blutigem Großzeh, darauf die Aussicht zu genießen.

gentle annies j sonnenbrille 1gentle annies strand

Strand bei Gentle Annies

Der nächste Tag führte uns entlang einer alten Lorenstraße entlang eines Flusses durch ein verwunschenes Tal. Durch den feuchten Urwald und über Lichtungen mit grandiosem Ausblick wanderten wir auf der Old Ghost Road. Einfach schon wieder umwerfend diese fast unberührte Natur. Auf dem aufwendig angelegten Wanderweg sind auch einige Mountainbiker unterwegs, aber hier geht alles friedlich zu.

Zurück am Parkplatz wurde ausgemacht das Fabian und Rike vorfahren. Das tat Fabian dann auch, nur leider in der falschen Richtung einer Einbahnschotterstraße. Gerade noch wunderte er sich wirklich darüber, wie eng diese Straße ist, als Gegenverkehr kam, da war es schon passiert. Wenige Zentimeter neben dem Schotter ging die Wiese trügerisch direkt in den Graben über. Da hing nun der linke Vorderreifen von Tweety und es ging nicht vor und nicht zurück.

Der eine oder andere Offroad – Toyota hielt neben uns, die Westcoastler lächelten milde und boten alle ihre Hilfe an. Allrad, ja das wär‘ was feines, aber wir lehnten freundlich dankend ab, denn Rettung in Form des anderen Womos war schon unterwegs. Hier machte sich Fokkos und Gunhilds Eroberung von der Straße zum Rob Roy Glacier bezahlt. Da hatten sie einen Spanngurt gefunden, der nun die beiden kleinen ehemaligen Transporter verband. Gemeinsam ließen sie ihre insgesamt vielleicht 150 Benziner – PS ungezügelt frei und zogen Tweety elegant aus seinem Dilemma. Nunja, in Neuseeland kann man Fahren lernen.

Nun galt es noch einige Kilometer zu machen, denn schon am nächsten Tag wollten wir im wunderbaren Abel Tasman sein. Unser Stellplatz war selten hässlich und an einer der meist befahrenen Highways der Südinsel, aber wenigstens kostenlos. Leider machten sich die Brummifahrer die ganze Nacht einen Spaß daraus, ihre Hupen sprechen zu lassen, wohl billige Rache dafür, dass sie tagsüber hinter dem einen oder anderen Touristen-Camper verhungern. Wenn die wüssten was ein Bruttonationaleinkommen ist und wie viel Prozent davon in Neuseeland durch Touristen entsteht…

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