16.03.2017 – Tongariro Crossing

Einmal snoozen haben wir uns dann um 7:00 Uhr doch zugestanden, danach mussten wir dann aber wirklich raus aus den Federn, denn wir wollten früh die große Wanderung auf das Tongariro-Massiv starten. Zunächst hieß es aber erst mal 40 km mit dem Tweety hinter sich bringen. Wir passierten das eine Ende der Wanderung, hier standen die Autos schon um 8:00 Uhr über einen Kilometer vom Ausgangspunkt weg. Wir würden also nicht gerade alleine sein auf der offiziell schönsten Tageswanderung Neuseelands.
tongariro vulkandampf

Vulkanrauch aus der Ferne

Auch an unserem Startpunkt war es rappelvoll, Rike und Jaron stiegen aus, so konnte Jaron noch ein bisschen krabbeln bevor es in die Manduka ging, und Fabian parkte das Auto einige hundert Meter weg, recht abenteuerlich am Rande der Schotterpiste. Die Berliner hatten uns übrigens auf eine Idee gebracht: anstatt uns von einem teuren Shuttle am Ende der Wanderung zum Ausgangspunkt zurück bringen zu lassen, entschlossen wir uns einfach die Hälfte der Wanderung zu machen und dann wieder zurück zu gehen. Da Rike die ganze Tour schon mal gemacht hatte, wusste sie, dass die erste Hälfte der Hauptrichtung sowieso der spektakulärere Teil ist.

Um 9:30 gingen wir dann los, ca. 20 km und 700 Höhenmeter lagen vor uns. Das Wetter hielt was uns die Vorhersage versprochen hatte: strahlender Sonnenschein. So konnten wir jeden Meter in der unwirklichen Vulkanlandschaft genießen. Der größte Pulk war auch schon eine ganze Weile vor uns los gegangen, so dass wir zwar bei Weitem nicht alleine waren, aber doch in Ruhe wandern konnten. An der ersten steilen Stelle, dem Devil‘s Staircase, mussten wir dann aber ein bisschen anstehen. Nicht so schlimm denn immerhin hatten wir jederzeit eine blendende Sicht auf die umstehenden Vulkane.

Währenddessen rätselte Rike die ganze Zeit, wo denn nun die Stelle ist, bei der sie vor sieben Jahren aus dem Nebel trat und überraschend einen klaren Blick auf den Mt. Doom hatte. Dabei verschätzten wir uns ein bisschen mit den Anstiegen, wir wähnten uns schon ein wenig weiter, als wir wirklich waren. Aber kein Problem, wir legten nach Überquerung einer wundervollen Hochebene eine kleine Pause ein. Brei für Jaron, Banane für die großen und weiter gehts.

Nach dem nächsten steilen Anstieg hatten wir es dann aber geschafft, der höchste Punkt der Wanderung und die Hälfte waren erreicht. Und wieder einmal kann ich einfach nur begeistert Superlativen anwenden um unsere Sicht von dort zu beschreiben. Wir passierten den beeindruckenden Red Crater um dann ein atemberaubendes Panorama mit den Emerald Lakes und dem Blue Lake zu fotographieren. Wir hätten sicherlich noch sehr viel länger dort gestanden, wenn uns nicht ein kalter Wind um die Ohren geweht wäre.

Im Windschutz mit Blick auf den wundervollen roten und braunen Mt. Doom (so heißt er im Film „Herr der Ringe“) machten wir dann erst mal eine ausgiebige Mittagspause. Rike bekam gar nicht genug von verschiedensten Perspektiven auf die bizzare Vulkanlandschaft und umrundete noch den Red Crater. Der Rückweg auf den selben Spuren auf denen wir den Hinweg beschritten hatten, bot uns neue Blicke, z.B. zurück auf den in der Ferne liegenden Mt. Taranaki (Ihr erinnert euch an den streitsüchtigen Vulkan-Bruder den wir auf dem Hinweg der Nordinsel besuchten?).
tongariro crossing jrfVor den Emerald Lakes und ganz im Hintergrund der Blue Lake

 

Pause ganz oben

tongariro crossing 6

Im Hintergrund der Mt. Taranaki

tongariro crossing 5tongariro crossing 4tongariro crossing 2

Es war schon früher Nachmittag und wir liefen nun gegen die Hauptrichtung der Wandernden, so dass wir jetzt immer wieder ein paar hundert Meter ganz für uns allein hatten. Bisweilen konnten wir sogar die wundervolle Stille einer Bergwelt erleben. Kein Motor, kein Geplapper, keine Vögel und sogar Windstill. Man hört einfach – nichts. Für Fabian bedeutet das einen solchen Frieden und Entspannung, dass er am liebsten ewig verweilt wäre.
tongariro crossing 1
Aber ewig ist doch ziemlich lange und wäre dann vielleicht irgendwann arg langweilig geworden. Daher entschieden wir uns dann doch weiter zu gehen. Nach sieben Stunden kamen wir dann wieder an unserem kleinen Camper an, ein wenig erschöpft aber sehr glücklich. Wahrlich ein Highlight unserer Reise.

Für die Übernachtung stellten wir uns an die 5Mile Bay des Lake Taupo. Von hier aus konnten wir nochmal einen wundervollen Blick auf das Tongariro-Massiv werfen und den Sonnenuntergang genießen. Was für ein Tag!

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